VOILA_REP_ID=C12573FA:002965E0
Willkommen bei RINGFOTO Kontakt | Impressum | Händlerzugang

SPORTFOTOGRAFIE-SPEZIAL

SPORTLER RICHTIG INS BILD SETZEN
Die beliebtesten Fotos beim Fußball sind nicht nur die Bilder der Torszenen. Ein Blick in die Zeitungen zeigt, dass Bilder der Jubel szenen danach oder eines verbissenen Zweikampfs den Kern des Sports viel besser herüberbringen. Wir zeigen Ihnen
deshalb, worauf Sie achten müssen, um spannende Sportfotos zu schießen.


Sport ist oft sehr schnell, findet meistens in sparsam beleuchteten Hallen statt, und man darf nie dort stehen, wo es die besten Bilder geben würde. Die erste Lektion ist also, das Beste aus dem zu machen, was man bekommt. Ausreden gibt es nicht und es will sie auch keiner hören. Das Einzige, worauf es ankommt, ist das Ergebnis, das man am Schluss auf dem PC hat.

DIE AUSRÜSTUNG
Wer nur seinen Sohn beim samstäglichen Fußball fotografieren will, braucht seine Ausrüstung natürlich nicht so breit anzulegen, wie jemand, der bei einer Agentur für Sportfotos arbeiten möchte. Bei der Auswahl der Kamera sind drei Dinge für Sportfotografie wichtig: hohe Bildrate (ab fünf Bildern pro Sekunde) und ein guter und schneller Autofokus, dazu noch eine hohe ISO-Fähigkeit (über 1600), die bei Hallensportarten von Vorteil ist. Ein leistungsstarker Blitz (ab Leitzahl 40) sollte auch nicht fehlen. Bei Objektiven sollten Sie darauf achten, eine möglichst große Offenblende zu haben (mindestens f=4). Manche Objektive haben eingebaute Bildstabi-lisatoren, die aber beim Sport nicht immer notwendig sind, da sich die Sportler schnell bewegen und man deswegen oft eine Verschlusszeit von über 1/500 Sekunde wählt. Bei solchen Verschlusszeiten ist Verwackeln kein großes Thema mehr. Ausnahmen sind Bilder vom Trainer etc. in nicht gut ausge-leuchteten Bereichen der Halle. Die Brennweite sollte 24 bis 200 mm umfassen. Für fast jedes Kamerasystem gibt es ein 70-200/2,8-Objektiv, das im Sport eine Art Allzweckwaffe darstellt. Ein 24-70/2,8 deckt Porträtaufnahmen (etwa bei Siegesfeiern) ab und Sportarten, bei denen man näher herankommt. Für Features sollte auch ein Weitwinkel in der Tasche sein. Abrunden kann man die Ausrüstung dann noch mit einem 1,4x-Konverter. Ein Fischauge ist für außergewöhnliche Perspektiven auch nicht zu verachten und schon recht billig zu bekommen.

Ein Stativ ist eine tolle Sache für Landschaftsaufnahmen oder bei Architektur. Aber auch Sportaufnahmen ist es ein muss. Ob ein leichtes Einbein oder Dreibeinstativ bei der Ausrüstung sollte dieser Helfer dabei sein. Es wird aber nicht nur eingesetzt, um Verwackelungen zu minimieren, sondern hauptsächlich, um nicht das Gewicht der Kamera und des Objektivs ständig halten zu müssen.

Ein Campingsitz ist in vielen Fällen besser, als auf dem Boden oder Rasen zu sitzen. Allerdings ist vom Schnäppchenkauf für ein paar Euro abzuraten, da solche Sitze oft nach ein paar Einsätzen kaputtgehen.

KAMERA RICHTIG EINSTELLEN
Für sich bewegende Objekte muss man natürlich den Autofokus auf "Nachführend (AI-Servo/Continuous-Servo)“ stellen und sollte besonders in dunklen Hallen auf einen Kreuzsensor schalten. Zu 95 Prozent setzen wir dabei den mittleren Fokuspunkt ein. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die später in den verschiedenen Sportarten beschrieben werden. Bei einem rennenden Basketballspieler kann man nur schwer im gleichen Moment auf ihn mit dem AF-Punkt zielen und gleichzeitig den Ausschnitt wählen. Deswegen sollte die Brennweite weit genug sein, um den Spieler vollständig zu erfassen.

Andere Ausschnitte werden durch späteres Beschneiden des Bildes erreicht. Ausnahmen sollte man nur machen, wenn man bestimmte Aktionen vorhersagen kann (zum Beispiel den Aufschlag beim Tennis oder beim Volleyball) oder man die Bewegungsabläufe eines Sportes gut genug kennt.

Bei der Belichtung und dem Weißabgleich kann man zwei grundsätzliche Situationen unterscheiden: eine gleichbleibende Lichtquelle (in Hallen oder in nächtlichen Stadien) und das wechselnde Tageslicht. In Hallen sollte man vor dem Spiel ein paar Probeaufnahmen von den Spielern beim Aufwärmen machen. Dabei sollte man darauf achten, dass sie die Trikots in den richtigen Farben anhaben. Oft ziehen sich die Spieler erst kurz vor dem Spiel das eigentliche Trikot an (etwa beim Basketball). Nur anhand der richtigen Trikotfarben kann man dann die richtige Belichtung im manuellen Modus der Kamera einstellen.

Die Art, die Belichtung einzustellen, ist immer gleich: die Blende so offen wie möglich und mithilfe der ISO-Einstellung die Belichtung soweit anpassen, dass eine ausreichende Belichtungszeit entsteht. Der Weißabgleich sollte anhand eines Objektes auf dem Spielfeld oder am Rand eingestellt werden. Oft sind weiße Werbebanden dabei nützlich.

Aufnahmen bei Tageslicht sollte man in der Zeitautomatik (im AV- beziehungsweise A-Modus) fotografieren. Die Belichtung sollte auf Spotmessung oder ähnlich gestellt werden, da sonst helle oder dunkle Bandenwerbung und Zuschauerränge die richtige Belichtung verfälschen könnten. Da sich bei Tageslichtspielen das Licht ändern kann, muss man die Belichtungseinstellungen auch ständig anpassen. Das bedeutet, bei Bewölkung die ISO höher einstellen und den Weißabgleich auf "Bewölkt“ stellen.

Die Weißabgleicheinstellungen der meisten Fotokameras ("Sonnig/Schatten/ Bewölkt") reichen bei Tageslicht völlig aus und müssen nicht durch eine manuelle Einstellung ersetzt werden. Die zugehörigen Tastenkombinationen an der Kamera sollten also ohne großes Nachdenken schnell ausgeführt werden können.

VORBEREITUNGEN TREFFEN
Die Vorbereitungen sollen vor dem eigentlichen Fotografieren sicherstellen, dass man vor Ort nicht abgelenkt ist und unnötig Zeit verliert. Die Kamera-Einstellungen sollten immer nach dem Foto-grafieren in die gleiche Ausgangsstellung gebracht werden. Die Speicherkarte gehört immer direkt nach dem Auslesen wieder in die Kamera. Zur Sicherheit sollte man in der Kamera die Option aktivieren, dass die Kamera nicht auslöst ohne Karte. Ein schneller Blick auf beide Enden der Objektive und das Ausblasen mit einem Blasebalg sollte vor jedem Spiel zur Routine gehören.

Man sollte ausreichend vorher die Eckdaten des Spiels wissen. Das Datum und die genaue Uhrzeit des Spielanfangs, die beiden Mannschaften mit der jeweiligen aktuellen Aufstellung (mit Trikotnummer) und den Trainernamen, dem genauen Spielort (zum Beispiel die exakte Halle im Sportkomplex der Stadt) und der Weg und die Fahrzeit zum Spielort sollten einwandfrei bekannt sein. Dazu sind die Internetseiten der beiden Mannschaften oft sehr hilfreich. Zur Not kann man in der Presse stelle des Vereins anrufen. Oft werden aber auch vor Ort aktuelle Mannschaftslisten verteilt, denn leider werden manche Trikotnummern doppelt verteilt oder kurzfristig geändert.

Mit der kompletten Fotoausrüstung vor einem leeren Stadion zu stehen, macht keinen Spaß. Leider werden immer wieder Spiele kurzfristig (oft erst am Morgen des Spiels) abgesagt oder ver legt. Bevor man also losgeht, sollte man einen letzten Blick ins Internet riskieren, um die Daten alle noch einmal durchzugehen. Auch die Batterie sollte geprüft und der Rest der Ausrüstung noch einmal durchgesehen werden.

PERSPEKTIVEN SUCHEN
Nachdem man im Vorfeld abgeklärt hat, wo man als Fotograf hindarf und wo nicht, kann man auf unbekanntem Terrain eine kleine Runde drehen und sich dabei klarmachen wie sich die Sportler im Spiel bewegen werden. Da man die Gesichter erkennen soll, ist es gut, sich in Bewegungs-richtung zu stellen. So weit es geht, sollte man auch auf den Hintergrund achten, der einen hohen Anteil an einem guten Foto macht. Plätze, bei denen man zwar das ganze Spielfeld überblicken kann, aber die Spieler nur von hinten oder von der Seite fotografieren kann, sind typische Anfängerfehler. Man versucht, alle guten Aktionen zu erwischen und vergisst die Perspektive, die einen viel wichtigeren Teil des Bildes ausmacht. Besser weniger Aktionen erwischen, die aber dann formatfüllend und mit einer guten Perspektive.

Also Qualität statt Quantität! Lieber nur fünf gute Bilder pro Spiel als 30 mittelmäßige. Sie wollen ja keine Dokumentation machen, sondern andere Menschen mit Ihren Bildern begeistern. Zum Glück müssen Sie nicht immer das Rad neu erfinden. Wenn eine Gruppe von Fotografen bei Profi-spielen immer am gleichen Ort steht, kann das nicht so falsch sein. Mit größerer Erfahrung kann man sich dann weitere, neue Perspektiven
suchen und ausprobieren.

FUSSBALL
Die bevorzugte Brennweitenspanne beim Fußball liegt zwischen 100 und 400 mm. In kleineren Klassen wird zum Glück normalerweise mittags gespielt und es ist somit genug Licht vorhanden, um Zeiten von über 1/500 s (eher 1/640 s) zu erreichen. Wie bereits beschrieben, sollte man sich in Bewegungsrichtung stellen, das heißt entweder an die Torauslinie (etwa 5 bis 10 m von der Eckfahne entfernt) oder mittig zwischen Mittellinie und Eckfahne.

Hinter der Torauslinie bekommt man die Strafraumszenen sehr gut mit und die Angriffe, die von den Flanken her kommen. Leider bewegen sich die Spieler beim Torjubel vom Tor weg, hin zur Eckfahne oder in das Spielfeld hinein. Ein schöner Rücken kann diesmal nicht entzücken.

Wenn diese Position nicht erlaubt ist, muss man sich an der Seitenlinie aufhalten. Von dieser Position bekommt man die Angriffe und die Kopf-ballannahmen im Mittelfeld sehr schön vor die Linse. Auch Eckbälle sind vom Seitenaus mit einer großen Brennweite (größer 200 mm) gut zu fotografieren. Da man von dort den Torwart einigermaßen frontal sieht, sind auch Tore und Torchancen drin und natürlich auch ein Torwart, der seiner Verteidigung Anweisungen zuschreit. Bei einem Torjubel, der in Richtung der Fans auf den Geraden geht, hat man also eine 50-Prozent-Chance, auch den frontal zu erwischen. Wenn man die Möglichkeit hat, selber zu entscheiden, sollte man auf den Seiten sein, auf denen man die Sonne im Rücken hat. Beim Einzug der Mannschaften hat man genug Zeit, Bilder der Fans zu schießen, die ihre Schals und Flaggen hochhalten.
Dies machen sie auch nach Toren, aber da sollte die Priorität auf dem Jubel der Spieler oder des Trainers liegen, da diese Bilder beeindruckender und die Emotionen klarer zu sehen sind. Es ist sehr zu empfehlen eine eigene Sitzgelegenheit (Campingsitz oder ähnliches) mitzubringen! Da man mit der Kamera nicht stark hoch und herunter schwenken muss, kann man auch ein Einbein an das Objektiv schrauben, damit man die Kamera nicht die ganzen 90 Minuten hochhalten muss.

WEG VOM SPIEL
Neben den Actionfotos auf dem Spielfeld sollte man auch einige andere Aspekte des Spiels berücksichtigen. Einige Fotos von den Trainern, wie sie emotional etwas zu ihren Spielern rufen oder sich nach Toren bzw. Punkten freuen, sollte man unbedingt haben. Ein Bild der Fans gehört ebenfalls zu beliebten Bildern. Aber keine langweiligen Landschaftsaufnahmen der Tribünen – solche Bilder entlarven schnell einen Anfänger.
Die Gesichter und Emotionen der Fans sollten klar zu erkennen sein. Ein Fan, der etwas schreit oder seinen Schal hochhält, ist immer besser als eine gesichtslose Masse. Bei einfachen Porträtaufnahmen der Spieler sollte das Foto nicht zu langweilig, sondern ein Bild sein, das man sich mindestens zwei Mal ansieht. Wenn sich die Mannschaft nach dem Sieg freut, bekommt man sehr beliebte und emotionale Fotos. Man sollte
also nicht beim Abpfiff fluchtartig das Spielfeld verlassen. Aber auch Szenen vor dem Spiel bieten einen interessanten Einblick in den Sport und runden die Berichterstattung ab.

AUSWAHL & BEARBEITUNG
Im besten Fall ist das Spiel nun zu Ende und Sie haben Zeit, sich Ihren gemachten Fotos zu widmen. Zum Glück haben Sie in den kurzen Spiel-unterbrechungen die Bilder bereits grob durchgesehen und müssen deswegen nicht 100 bis 400 Bilder sichten, sondern nur noch 50 bis
100 Bilder. Nach dem Durchsehen der kompletten Bilder sollte man sich nur die besten 20 bis 30 Bilder aussuchen. Wie schon geschrieben, wollen wir keine Dokumentation machen! Gute Bilder sind Fotos mit einer klaren Bildschrift. Es sollte die Aktion oder eine Emotion klar zu sehen sein und nicht durch den Hintergrund oder von zusätzlichen Spielern abgelenkt werden. Um das zusätzlich zu verringern, sollte man das Bild so stark wie möglich beschneiden, ohne dass das Motiv unklar wird. Es muss also nicht immer der ganze Spieler zu sehen sein. Bei Kopfballduellen sind die Füße nicht wichtig und man sollte zu den Oberkörpern und Köpfen zuschneiden.

Spieler, die unbeteiligt einem Duell nur zuschauen, sind auch wegzu-schneiden. Alles, was nicht zur direkten Aktion gehört, stört nur und muss weg! Auch wenn das Bild weniger Auflösung dadurch bekommt, ist ein gutes Bild mit vier Megapixeln immer noch besser als ein schlechtes mit acht Megapixeln. Selbst für DIN-A4-Ausdrucke reichen vier Megapixel vollkommen aus. Um das Motiv vom Hintergrund noch besser abzugrenzen, kann man diesen noch etwas abdunkeln. Viele Bildbearbeitungsprogramme bieten ein "Burn Tool“, mit dem man das sehr schnell und einfach machen kann. Wenn der Weißabgleich nicht ganz geklappt hat oder man beim Eishockey durch eine Scheibe fotografieren musste, hilft oft eine auto-matische Bearbeitung der Höhen und Tiefen. Das geht auch relativ schnell und sollte in der persönlichen Bildbearbeitungsroutine leicht von der Hand gehen.

Diese schnellen Schritte können oft aus einem guten Bild ein heraus-ragendes Bild machen. Die einzelnen Bilder sollten für sich alleine stehen können und ohne eine Bilderserie einer Aktion auskommen.

 


 

Händlersuche
Hier finden Sie den
RINGFOTO Händler
in Ihrer Nähe.




Copyright 2010 by Ringfoto Kontakt | Impressum | Händlerzugang

* Alle genannten Preise auf dieser Website nur gültig in den teilnehmenden Fachgeschäften. Bitte erkundigen Sie sich beim Fachhändler Ihrer Wahl. Keine Mitnahmegarantie in den Fotofachgeschäften. Diese entscheiden selbst, ob sie hier vorgestellte Angebote führen und vorrätig halten oder auf Bestellung liefern. Adressen finden Sie in unserer Händlersuche auf dieser Website.