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UNTERWASSERFOTOGRAFIE
Im Rausch der Tiefe
So gelingen unter Wasser perfekte Aufnahmen


Tauchen erfreut sich höchster Beliebtheit. Der Hauptgrund ist die Faszination der Welt, die sich unter Wasser zeigt. Grund genug, um mit der Kamera die schönsten Motive einzufangen - mit ein paar Kleinigkeiten, die Sie beachten sollten, und der richtigen Ausstattung kein Problem!

Mit der digitalen Unterwasserfotografie wurde das Rad nicht neu erfunden. Die meisten Techniken der Landfotografie können direkt übernommen werden. Einen Strich durch die Rechnung machen uns nur die physikalischen Veränderungen, die sich auf das Licht beim übertritt ins dichtere Medium Wasser negativ auswirken. Die Lichtstrahlen werden in ihrer Intensität geschwächt, können nur noch Bruchteile ihres Weges wie an der Luft zurücklegen und die Spektralfarben, beginnend mit dem Rotanteil, verschwinden bereits ab drei Meter Tiefe langsam aber sicher. Trotz dieser Umstände ist es möglich, Aufnahmen zu machen, die in Qualität und Aussage, solchen an Land in keiner Weise nachstehen. Voraus-setzungen sind grundlegende Kenntnisse er die Handhabung der Kamera nicht beeinträchtigt. Die oft beschworene Leitzahl ist ebenfalls nicht ausschlaggebend, denn zu viel Power bringt unter Wasser mehr Nach- als Vorteile. Denn die sich dadurch ergebenden kleinen Blenden-öffnungen erfordern sehr lange Verschlusszeiten bei Mischlichtaufnahmen und bei so viel Licht reflektieren selbst die kleinsten Schwebeteilchen zurück. Eine UW-Leitzahl von 11 bei 100 ASA/ISO reicht vollkommen aus. Ein großer Ausleuchtwinkel spielt für Weitwinkelbilder eine wichtige Rolle und sollte deshalb etwa um die 100 Grad betragen. Größere Bildwinkel müssen mit zwei Blitzen ausgeleuchtet werden. Ein wichtiger, oft vergessener Punkt ist das Ziellicht. Im Gegensatz zu der Fotografie an Land funktionieren Automatiken im Wasser under Unterwasserfotografie und eine den Umständen angepasste Ausrüstung.

BLITZFOTOGRAFIE
Der fehlenden Farbe wegen sind ungeblitzte Bilder nur in ganz geringen Tiefen bis zu 3 Metern möglich. Reines Tageslicht wird in der Praxis nur zum Ablichten von Delfinen, Walen, Mantas und großen Haien eingesetzt, die in der Regel knapp unter der Oberfläche schwimmen. Wollen Sie allerdings die Farben richtig zeigen, muss ein Blitzgerät her. Einige Punkte sollten bei der Anschaffung eines Blitzgerätes berücksichtigt werden:
Das Gerät darf nicht zu groß sein, Abmessungen um 18x12 Zentimeter sind ideal. Ebenfalls muss der Blitz im Wasser gewichtslos und neutral getrimmt sein, damit er die Handhabung der Kamera nicht beeinträchtigt. Die oft beschworene Leitzahl ist ebenfalls nicht ausschlaggebend, denn zu viel Power bringt unter Wasser mehr Nach- als Vorteile. Denn die sich dadurch ergebenden kleinen Blendenöffnungen erfordern sehr lange Verschluss-zeiten bei Mischlichtaufnahmen und bei so viel Licht reflektieren selbst die kleinsten Schwebeteilchen zurück. Eine UW-Leitzahl von 11 bei 100 ASA/ ISO reicht vollkommen aus. Ein großer Ausleuchtwinkel spielt für Weitwinkel-bilder eine wichtige Rolle und sollte deshalb etwa um die 100 Grad betragen. Größere Bildwinkel müssen mit zwei Blitzen ausgeleuchtet werden. Ein wichtiger, oft vergessener Punkt ist das Ziellicht.
Im Gegensatz zu der Fotografie an Land funktionieren Automatiken im Wasser unbefriedigend. Sogar echtes digitales TTL bringt Probleme, vor allem wenn das Motiv nicht über 60% des Bildes füllt, der Bildwinkel oder
die Aufnahmedistanz zu groß sind. Viele Fotografen greifen deshalb auf den manuellen Blitzmodus zurück. Hier ist eine sofortige Kontrolle des
Bildes möglich und wenn nötig, kann gleich korrigiert werden.

Die Grundlage der manuellen Blitzfotografie ist die sogenannte Blendentabelle, wobei eigentlich nur ein Wert als Grundlage dient. Man muss wissen, mit welcher Blende das Motiv auf einen Meter Distanz richtig belichtet wird. Diese Blendenwerte, kann man selbst herausfinden, indem ein Motiv aus einem gemessenen Meter mit einer ganzen Blendenreihe aufgenommen wird. Das richtig belichtete Bild ergibt die "Standardblende", von der dann je nach Aufnahmedistanz nach unten oder oben korrigiert wird.

AUFNAHMEN MIT BLITZLICHT
In der primären Blitzfotografie wird das Umgebungslicht nicht oder nur zufällig mit einbezogen. Sobald der Fotograf aber mehr Umgebung oder das blaue Wasser zeigen will, muss er das Umgebungslicht mit einbeziehen. Der Trick dabei ist nun, beide Lichtquellen ineinander zu vermischen:
Das Blitzlicht für den Vordergrund und das Umgebungslicht für den Hintergrund. Dazu muss der Fotograf absolute Kontrolle über die Blende und die Verschlusszeit haben, was nur in einer manuellen Betriebsart möglich ist. Da der Hintergrund im Kontrast zum geblitzten Vordergrund immer circa einen Lichtwert dunkler sein muss, kann diese Arbeit keine Kamera-Automatik übernehmen. BB + VU lautet die Formel! Was im Klartext
bedeutet: Blende für den Blitz + Verschlusszeit fürs Umgebungslicht. Die Blende für den Blitz sagt uns die Blendentabelle, die richtige Verschlusszeit der Belichtungsmesser, wie ihn alle Kameras eingebaut haben. Er zeigt uns unter Berücksichtigung der eingestellten Blende
den richtigen Wert an. So getan, bleibt der Verschluss nach dem Blitz noch länger offen, damit sich das Umgebungslicht ebenfalls noch abzeichnen kann, was einen schönen blauen Hintergrund ergibt. Den letzten Schliff erreicht man, wenn man dann noch einen Blick auf das Kamera-Display wirft und gegebenenfalls kleine Korrekturenvornimmt.

STANDARDBRENNWEITEN
Neben der spektakulären Superweitwinkel- und der faszinierenden Makrofotografie darf das klassische Standardobjektiv, das bei vielen Kompaktkameras fest eingebaut ist, nicht vergessen werden. Unter Wasser ist das Arbeiten damit zwar nicht so einfach, doch für bestimmte Motive eine ideale Linse. Von einem Normal- oder Standardobjektiv spricht man, wenn die Brennweite der Linse in Millimetern der Diagonalen des Bildformats entspricht. Der klassische Bildwinkel von Standardbrennweiten bleibt gleich und beträgt etwa 46 Grad. Der relativ enge Bildwinkel schränkt natürlich die Motivwahl in Bezug auf ihre Größe ein. Sind sie zu klein, kommt man nicht nahe genug heran, um richtig zu fokussieren; sind sie zu groß, muss der Fotograf zu weit weggehen. Für Fischaufnahmen, Taucherporträts und ähnlich mittelgroße Motive ist jedoch dieser enge Bildwinkel geradezu ideal. Die besten Aufnahmedistanzen bei Standardbrennweiten liegen zwischen 60 cm und 120 cm. Vor allem muss darauf geachtet werden, die maximale Aufnahmedistanz unbedingt einzuhalten. Da bereits viel Wasser zwischen Kamera und Motiv liegt, geht ein überschreiten stark auf Kosten der Qualität. Dazu kommt noch, dass unter Wasser der bei längeren Brennweiten bekannte Telefotoeffekt" bereits früher als an Land auftritt - ein extremes Abflachen des Kontrasts, je länger die Aufnahmedistanz wird. Auch muss man der geringen Tiefenschärfe Rechnung tragen. Es gilt, die Schärfe exakt zu setzen, zu halten, das Bild zu gestalten und dann auszulösen.

Mit Standardbrennweiten arbeitet man deshalb am besten in Schärfepriorität/Servo-Autofokus. Damit kann die Schärfe mit halbgedrücktem
Auslöser oder der Fokuslocktaste gehalten und auf den gewünschten Punkt gesetzt werden. Die Autofokuslocktaste hat den Vorteil, dass die Schärfe gespeichert bleibt und mehrmals ohne Neufokussierung ausgelöst werden kann. Wissend, dass Tiefenschärfe nicht die Stärke der Standardbrennweiten ist, müssen wir da raufabzielen, gut abzublenden. Damit ist aber nicht gemeint, generell die Blende 22 einzustellen und "überstarke Blitzkanonen" mitzuschleppen. Zu viel Licht bringt nur harte Kontraste und mit solchen kleinen öffnungen entstehen selbst am hellen Tage Nachtaufnahmen. Hier muss ein Kompromiss zwischen akzeptabler Tiefenschärfe und ausgewogenem Hintergrund gefunden werden. Am besten eignet sich in diesen Aufnahmebreichen die Blende 11. In Kombination mit Verschlusszeiten von 1/60 Sekunde erzielen wir so in Tiefen
um 20 Meter gute Resultate - 100 ASA und klares, helles Wasser vorausgesetzt.

WEITWINKELAUFNAHMEN
Weitwinkelobjektive sind unter Wasser echte Allrounder, welche vom Pottwal bis zur Meeresschnecke eingesetzt werden können. In der Unterwasserfotografie beginnt die Weitwinkelfotografie erst ab einem Bildwinkel von 80 Grad. Kleinere Bildwinkel machen keinen Sinn, da der Vorteile, aus möglichst geringer Distanz so viel wie nur möglich aufs Bild zu bekommen, nicht zum Tragen kommt. Dazu kommt noch die Tatsache, dass mit extremen Bildwinkeln, von 120 Grad und "Fisheye" spektakuläre Perspektiven eingefangen werden können, wenn der Fotograf die klassische Weitwinkel-Bildaufteilung berücksichtigt. Da wir dem großen Bildwinkel von Ecke zu Ecke Rechnung tragen müssen, ist eine gleichmäßige Ausleuchtung notwendig. Moderne Unterwasser-Blitzgeräte besitzen Leuchtwinkel bis 120 Grad. Werden Objektive mit größeren Bildwinkeln eingesetzt, müssen Sie zwei Blitze verwenden. Um die Rückstreuung der störenden Schwebeteilchen zu vermeiden, muss auch der Abstand zwischen Objektiv und Blitz groß genug sein. Ebenso ist auch die Blitzposition genau vorgeschrieben: Mit Die FINEPIX XP10 von FUJIFILM ermöglicht einen günstigen Einstieg in die Unterwasserfotografie. Es gibt nur einem Blitz - egal, ob im Hoch- oder Querformat gearbeitet wird - immer in der vertikalen Achse zum Objektiv, damit das ganze Bild gleichmäßig ausgeleuchtet wird. Mit zwei Blitzen links und rechts an
der Kamera montiert, in der horizontalen Achse. Auf keinen Fall dürfen die Blitze aus den Ecken links und rechts feuern. In der Diagonalen des Formats ist der Bildwinkel immer am größten und unser Licht würde bereits nach wenigen Zentimetern im Wasser sichtbar und dort - je nach Umstand - für Diffusion und Rückstreuung sorgen. Dafür muss das Equipment bestimmte Anforderungen erfüllen: Ohne Doppelgelenk kann die vorgeschriebene Blitzposition nicht erreicht werden. Die Weitwinkelfotografie bedingt Mischlicht, damit wir auf dem Bild auch noch das sehen können, was der Blitz nicht mehr beleuchtet hat. Wie zuvor erklärt, muss der Fotograf durch Verändern der Verschlusszeit das Umgebungslicht an die vom Blitz vorgeschriebene Blende anpassen. Diese Aufnahmetechnik eignet sich vor allem für totale Szenerien wie Wracks, Unterwasserlandschaften oder große Meeresbewohner. Solche Motive werden exakt auf das Umgebungslicht belichtet und der Blitz nur zum Aufhellen benutzt. Damit unsere Bilder auch perspektivisch wirken, ist es von Vorteil - wann immer möglich - 30 Grad zur Horizontalen nach oben zu fotografieren. Generell sollen Aufnahmen aus der "Vogelperspektive", also von oben nach unten vermieden werden. Weitwinkel-Porträts zeigen meistens einen Taucher in Aktion, mit Fischen, hinter Korallen. Die besten Distanzen für solche Aufnahmen liegen zwischen 0,8 Meter und 1,5 Meter. Auf solche Entfernungen haben wir mit einem 80- bis 100-Grad-Objektiv den Taucher voll im Format und daneben noch Platz für weitere Bildinhalte. Im Gegensatz zu Szenerien dominiert das Blitzlicht stärker, doch darf auch hier das Umgebungslicht nicht vergessen werden. Um den Vordergrund besser hervorzuheben, kann der Hintergrund aber ruhig etwas unterbelichtet werden. Das Messen des Umgebungslichts sollte aus diesem Grund in einem Winkel von etwa 45 Grad gegen die Oberfläche erfolgen. Dreidimensionale Aufnahmen sind die Krönung der Weitwinkeltechnik. Mit Bildwinkeln von 100 Grad bis "Fisheye" lassen sie sich perfekt erstellen. Solche drei dimensionalen Bilder bestehen aus drei Teilen: ein ext rem naher Vordergrund, der direkt in der Bildecke beginnt, dann das Hauptmotiv circa in der Mitte und aus dem
Hintergrund, der das Bild abrundet. Wenn alle drei Komponenten richtig ins Bild gesetzt werden, entsteht eine dreidimensionale Wirkung, wie sie mit keinen anderen Brennweiten erzielt werden kann. Die Schwierigkeit dieser Technik liegt darin, die drei Faktoren Schärfe, Ausleuchtung, Bildaufteilung auf einen Nenner zu bringen.


MAKRO UND NAHAUFNAHMEN
Die bei der Makrofotografie geltenden Regeln in Bezug auf Tiefenschärfe, Bildgestaltung und Ausleuchtung gelten auch unter Wasser. Die interessanten Aufnahmebereiche liegen im Maßstab von 1:3 bis 1:1 und größer. Das bedeutet: Bei einer Abbildung 1:3 wird das Motiv auf dem Bild dreimal kleiner als in Wirklichkeit, im Maßstab 1:2 zweimal kleiner und bei 1:1 genau gleich groß abgebildet. Kompaktkameras der oberen Preissegmente haben bereits Objektive eingebaut, die es dem Anwender ermöglichen, auch in diese Bereiche vorzudringen. SLR-Fotografen setzen Makroobjektive ein. Den größten Einsatzbereich bieten 50mm/60mm-Brennweiten mit einem Abbildungsmaßstab bis 1:1. Längere Brennweiten verlängern lediglich die Aufnahmedistanz. Je kürzer die Aufnahmedistanz, desto mehr schrumpft die Tiefenschärfe auf wenige Millimeter zusammen. Um das Maximum herauszuholen, muss deshalb mit Blenden von f/22 oder f/32, gearbeitet werden. Digitale Kompaktkameras besitzen als kleinste öffnung meist nur Blende 11. Da digitale Objektive aber konstruktionsbedingt einen größeren Tiefenschärfenbereich ausweisen, hat das keinen sichtbaren Nachteil. Blende und Verschlusszeit müssen sich allerdings manuell verstellen lassen! Um im Nahbereich richtig scharf zu stellen, erfordert es viel Erfahrung. Viel davon übernimmt der Autofokus, doch muss ihn der Fotograf auch verstehen und beherrschen - um die Schärfe an den richtigen Ort zu setzen.

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